Selbstschutz macht einsam

Wir sind sehr gesellige Menschen. Wir sind gerne mit anderen Personen zusammen, haben Spass, sind nachdenklich, offen und lebensfroh.

Umso  älter unser Kleiner nun wird, sind wir aber nicht mehr in gleicher Weise gruppentauglich, da unser Felix begeistert mit anderen Kindern zwar spielt, aber nicht in der Lage ist, einfach ganz normal mitzuspielen. Dann geht etwas kaputt, er versteht die Regeln nicht, schafft es feinmotorisch nicht … Er ist einfach anders, kann noch nicht richtig reden, braucht noch eine Windel, kann Gefahren im Strassenverkehr nicht einschätzen etc.etc.. Er braucht mehr Aufmerksamkeit und Rücksichtnahme.

Wir haben Freunde, da klappt dies wunderbar. Wir sind alle tiefenentspannt und alle, Erwachsene wie Kinder, haben Spass miteinander. Vor allem muss nichts erklärt werden; keine Rechtfertigungen, keine Entschuldigungen. Wunderbar. Interessanterweise haben alle diese Familien entweder selbst neben ihren „normalen“ auch Kinder mit irgendeiner Form von Beeinträchtigung oder sind in irgendeiner Weise sensibilisiert. Es ist für alle, gross und klein, „normal“ vielfältig zu sein; es gibt nicht die eine Norm…

Ausserhalb dieser Kreise ist es hingegen anstrengend. Was tun? Über die Feiertage haben wir nun eine neue Strategie gefahren: Treffen unter Erwachsenen ab 20h, ohne Kinder. Morgen jedoch hat ein langjähriger Freund Geburtstag, wo sich unsere Freundesclique mitsamt der Kinder treffen wird. Letztes Jahr waren wir dort, aber es war einfach nur frustrierend: die vielen Kinder wollten alleine sein, zogen sich zurück. Unser Felix ging seinem Bruder hinterher zum Spielen. Ich also hinterher, was sowohl die anderen Kinder als auch die anderen Eltern doof fanden. Also fühlte ich mich die ganze Zeit fehl am Platz: weil ich unerwünscht im Kinderbereich war oder weil ich nicht dort war und nur darauf warten musste, bis eine Katastrophe passierte – Es waren die selbstgebastelten Sterne, die von ihm intensiv begutachtet und zerstört wurden. Daraufhin Tränen, böse Blicke und Kommentare zu mir ….

Dieses Jahr gehen wir gar nicht. Ich merke, ich könnte gerade gar nicht die heilen Familien mit ihren „perfekten“ Kindern ertragen…

Aber schade – es macht einsamer.

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